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Flüchtlingshilfe in der Muttersprache

10.03.2022

Gertrud-Zillich-Haus bietet Wohnraum für ankommende Ukrainer

Fluchtpunkt NRW - auch im Ruhrgebiet kommen inzwischen täglich Menschen aus der Ukraine mit Bussen, Bahnen und privaten Autos an. Sie treffen auf eine Welle der Hilfsbereitschaft, getragen von den Kommunen und vielen privaten Initiativen. Oberhausen etwa stellt in Flüchtlingsunterkünften 250 freie Plätze bereit, zusätzlich dazu 40 von der Stadt angemietete Wohnungen. Weil das noch nicht reicht, reagierte auch der Diakonie-Verband Oberhausen umgehend: Geschäftsführer Stephan Gill bietet Wohnraum für mehrere ukrainische Familien an!

„Auf dem Gelände des Gertrud-Zillich-Hauses steht ein Haus leer, in dem gerade das Hausmeisterpaar ausgezogen ist“, so Gill. „Es bietet Raum für mehrere Mütter mit ihren Kindern. Als kirchliche Hilfsorganisation möchten wir mithelfen, die Not der geflüchteten Menschen zu lindern.“

Dafür bieten sich rund um das Gertrud-Zillich-Haus sowie die Einrichtung „Hilfe zum Leben“ des Diakonie-Verbandes Oberhausen fast perfekte Bedingungen. Die modernen diakonischen Einrichtungen unterstützen junge Frauen, die, bedingt etwa durch schwierige Familienverhältnisse oder Integrationshemmnisse, in belastende Lebenssituationen geraten sind. In enger Zusammenarbeit mit den Bewohnerinnen (66 Betreuungsplätze) wird versucht, die persönliche Situation aufzuarbeiten und gemeinsam neue, individuelle Perspektiven für die Zukunft von Mutter und Kind zu entwickeln. Auch minderjährige Flüchtlinge, welche schwanger oder mit Kind nach Deutschland gekommen sind, werden betreut.

„Wir verfügen zudem über Mitarbeitende mit kasachischen Wurzeln, die die ukrainische Sprache beherrschen“, erklärt Gill. Um schnell und unkonventionell zu helfen werden neben dem Wohnraum die gesamten Ressourcen der Einrichtung zur Verfügung gestellt. Dazu gehört auch die mit Unterstützung der Brost-Stiftung digitale Infrastruktur im Haus, aufbauend auf ein endlich stabiles WLAN-Netz. Gill: „Die fünf neuen Laptops und Software für das Homeschooling sind besonders hilfreich für die Neuankömmlinge. So wie unsere Bewohnerinnen können sie sich hier über Beschäftigungsmöglichkeiten informieren, aber auch, soweit noch möglich, den Kontakt zu ihren Angehörigen daheim pflegen.“
Die Brost-Stiftung hatte bei der Förderzusage für das Gertrud-Zillich-Haus diesen Aspekt ausdrücklich betont: „Besonders hervorzuheben ist der Mangel an Technik für Klient*Innen mit Migrationshintergrund bzw. Fluchterfahrungen, welche das Internet nutzen, um Kontakte zur Herkunftsfamilie im Ausland zu wahren. Zudem können digitale Medien für Sprachkurse genutzt werden, welche immer öfter online angeboten werden.“
Stephan Gill: „Die erschütternden Bilder der Gewalt und Zerstörung in der Ukraine berühren uns zutiefst. Den flüchtenden Menschen schnell zu helfen und solidarisch zu sein, ist für uns eine Selbstverständlichkeit!“